Verkehrsministerkonferenz: Bahn für Alle liefert Tischvorlage
Pressemitteilung von Bahn für Alle
Berlin, den 5. August 2026: Zur morgigen Sonderkonferenz der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister hat Bahn für Alle einen Vorschlag erarbeitet. Das Gremium befasst sich mit den Trassenpreisen und dem Deutschlandticket. Die Streichung von Zugverbindungen und höhere Ticketpreise können verhindert werden, wenn die Deutsche Bahn (DB) per Satzung gemeinnützig wird. Dazu Carl Waßmuth, Sprecher von Bahn für Alle:
„Nur weil die DB nicht gemeinnützig ist, muss sie bei den Trassenpreisen eine Kapitalrendite verlangen. Das macht die Bahn absurd teuer, mit weitreichenden Auswirkungen für den Nah- und Güterverkehr. Diese Form der Finanzierung ist mit dem letzten EU-Urteil vor den Prellbock gefahren. Die Länder müssen vom neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger jetzt den großen Wurf verlangen, nicht zuletzt angesichts von Klima- und Energiekrise.“
Die Gemeinnützigkeit der DB kann Bilger durch einfache Satzungsänderung veranlassen. Vorstand und Aufsichtsrat müssen die Vorgaben dann befolgen. Dazu müssten auch die Fahrpreise grundlegend reformiert werden. Bahn für Alle hat ein bestechend einfaches Preissystem entwickelt. Ein KlimaTicket soll nicht mehr als 50 Euro pro Monat kosten und als Sozialticket nur 25 Euro pro Monat. Carl Waßmuth weiter:
„Unser Vorschlag für ein einfaches und günstiges System von Fahrkartenpreisen passt auf einen Bierdeckel. Die beste Antwort auf die Achterbahnfahrt der Spritpreise ist eine bezahlbare Bahn.“
Für Rückfragen: Carl Waßmuth, Telefon: 0179 772 43 34, E-Mail: carl.wassmuth@bahn-fuer-alle.de
Tischvorlage siehe folgende Seiten
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Das Bündnis Bahn für Alle setzt sich für eine gemeinnützige Bahn in öffentlichem Eigentum ein. Eine Bahn, die allen Menschen gehört und für alle da ist, Rückgrat einer sozialen und ökologischen Verkehrswende. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Positionspapieren, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Kongressen, Stellungnahmen, Redebeiträgen und anderen Aktivitäten bringen wir uns in verkehrspolitische Debatten ein.
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Bündnis Bahn für Alle
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Tischvorlage für die Verkehrsministerkonferenz am 6.8.2026
Gemeinnutzen statt Gewinnstreben
Die Mobilität von Menschen und der Transport von Gütern auf der Schiene sollten im Mittelpunkt des strategischen Handelns der DB stehen. Bahn für Alle fordert daher, dass die Deutsche Bahn gemeinnützig wird. Gemäß einer repräsentativen Umfrage zu 30 Jahren Bahnreform in Deutschland teilen 70 Prozent der Menschen in Deutschland diese Forderung.
Trassenpreise auf die Höhe der Grenzkosten senken
Die offiziell gemeinwohlorientierte, allerdings nicht gemeinnützige DB InfraGO verlangt von allen Zugbetreibern enorm hohe Trassenpreise („Trassenpreise explodieren“, Martin Burkert, Vorsitzender der EVG und Vizechef des DB-Aufsichtsrats). Damit werden ökologisch sinnvolle und volkswirtschaftlich rentable Verkehre verhindert. Berichten zufolge droht eine erhebliche Ausdünnung von touristischen Fernverkehrsstrecken und Direktverbindungen. Städte wie Tübingen, Gießen, Jena und Lübeck sollen vom Fernverkehr ausgeschlossen werden. Bahn für Alle regt an, die Trassenpreise gesetzlich festzulegen. Sie sind dabei auf die Höhe der Grenzkosten zu senken. Für Strecken, auf denen aus ökologischen oder sozialen Gründen der Schienenverkehr besonders angeregt werden soll, können zusätzliche Förderungen eingesetzt werden, vergleichbar mit der Bevorzugung erneuerbarer Energien bei der Einspeisung ins Stromnetz.
Fahrpreise
Im Sinne der Gewinnmaximierung wurden jahrzehntelang jährlich die Fahrpreise erhöht, und zwar deutlich stärker als der ohnehin erhebliche allgemeine Preisanstieg. Eine weitere Verteuerung des Bahnfahrens kam durch die sukzessive Streichung von Vergünstigungen zustande wie zuletzt der Familienreservierung und der Partner-BahnCard. Sogenannte „Supersparpreise“ waren unseriöse Schnäppchenangebote, die nur in geringen Kontingenten vorlagen und langfristig die Frustration über zu hohe Ticketpreise nur vergrößert haben. Das entstandene Fahrpreissystem ist so komplex, dass es Kunden abschreckt und selbst das Personal am Schalter oft Schwierigkeiten damit hat und Fahrscheine teurer verkauft als nötig. Bahn für Alle findet ein konsequent an die Entfernung gekoppeltes Tarifsystem sinnvoll und schlägt das folgende einfache und attraktive Preissystem vor:
100 Kilometer Bahnfahrt sollten 10 Euro kosten, im ICE mit 10 Prozent Aufschlag. Für InterCity und die wieder einzuführende Interregio-Gattung gilt ein Aufschlag von 5 Prozent. Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren fahren in der Bahn umsonst. Wer eine BahnCard 50 besitzt, zahlt grundsätzlich die Hälfte. Die BahnCard 50 selbst kostet 150 Euro, die Partner-BahnCard 50 kostet 75 Euro; sie ermöglicht aber auch die günstige Nutzung des Nahverkehrs von Start bis Ziel. Für Reservierungen bezahlt man 2,50 Euro, Familienreservierungen kosten 5 Euro. Der Preis für ein flächendeckendes und dauerhaftes KlimaTicket (derzeit als Deutschlandticket bezeichnet) wird auf 50 Euro pro Monat festgelegt (Sozialpreis 25 Euro), für ICE-Fahrten kann ein 15-Euro-Aufschlag nachgelöst werden, bei InterCity- oder Interregio-Fahrten ein 10-Euro-Aufschlag dann gilt das KlimaTicket auch dort.
Bahn für Alle regt an, dass grenzüberschreitender Fahrkartenverkauf wieder ermöglicht wird, so dass niemand für eine Reise bei zwei oder mehr Anbietern seine Fahrkarten kaufen muss. Das Lösen von Fahrscheinen im Zug sollte grundsätzlich möglich sein und nicht mehr als fünf Euro Gebühr kosten, niemand soll mehr kriminalisiert werden, wenn er einmal das falsche Ticket hat. Alle Fahrscheine und Rabattkarten sollte man online kaufen können, ohne ein Kundenkonto anlegen zu müssen. Und man sollte alles zu denselben Konditionen auch am Schalter erwerben können – der Digitalzwang ist zu beenden. Siehe dazu auch den von inzwischen tausenden Menschen unterzeichneten Aufruf (https://bahn-fuer-alle.de/bahnfahren-ja-digitalzwang-nein).

Das gesamte Konzept „Eine Zukunftsbahn für alle“ kann hier nachgelesen werden:
https://bahn-fuer-alle.de/wp-content/uploads/2025/09/zukunftsbahn_fuer_alle_2025_09_20.pdf