Deutsche Bahn baggert sich ihr eigenes Grab

Erhalt und Ausbau des Schienennetzes müssen fahrgastfreundlich werden

Pressemitteilung von Bahn für Alle

Berlin, den 27. März 2026: Das Bündnis Bahn für Alle sieht im weiter gestiegenen Milliardenverlust der Deutschen Bahn AG (DB) das Scheitern einer Bahn mit der Zielvorgabe Gewinnmaximierung. Pünktlich und zuverlässig ist bei der DB AG inzwischen nur noch das jährliche Bilanz-Desaster. Dazu Carl Waßmuth, Sprecher von Bahn für Alle:

„Die Politik hungert die Schiene seit Jahrzehnten finanziell aus, während das Geschäftsmodell der DB seit der Bahnreform das Fahren auf Verschleiß ist. Nun sind Netz und Züge heruntergerockt und unzuverlässig. Monatelange Streckensperrungen im Rahmen der sogenannten Generalsanierungen machen Bahnfahren zusätzlich unattraktiv.“

Bahn für Alle fordert den unverzüglichen Wechsel zur gemeinnützigen Bahn. Es ist an der Zeit, dass die Politik zugibt, dass die Bahnreform und mit ihr die formelle Privatisierung der Deutschen Bahn Kardinalfehler waren. Das Bündnis hält es für fatal, dass die Aktiengesellschaft Deutsche Bahn immer noch so agiert, als wäre sie 2008 an die Börse gegangen. Als Alternative zu dieser faktischen Börsenbahn hat Bahn für Alle das Konzept der Zukunftsbahn erarbeitet. Darin schlägt das Bündnis 70 Maßnahmen vor, um Erhalt und Ausbau der Schiene fahrgastfreundlich zu gestalten. Hier ist nicht nur der Konzern Deutsche Bahn gefragt, sondern vor allem auch die Politik. Nicht zuletzt die derzeitige Ölkrise zeigt, dass öffentliche Verkehrsmittel für die Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Carl Waßmuth:

„Die bisherigen Generalsanierungen sehen vor, hochfrequentierte Strecken für lange Zeit vollständig zu sperren. Dabei ist das technisch nicht erforderlich. Alle Gleisbaumaschinen können ohne weiteres eingleisig betrieben werden. Wie die Großsperrungen Riedbahn und Hamburg–Berlin zeigen, wird außerdem keineswegs vollständig ‚generalsaniert‘, schon gar nicht zukunftstauglich. Keine der künftigen Sanierungen darf ohne deutliche Kapazitätserweiterungen erfolgen. Der Vorschlag der neuen Taskforce, einfach Zugverbindungen zugunsten der Zuverlässigkeit zu streichen, ist ein großer Fehler und belastet Kunden zusätzlich zum Sanierungsgeschehen. Schon jetzt müssen vielfach Leute lange Strecken in Gängen stehen oder auf Treppen sitzen, um an ihr Ziel zu gelangen. Das Mitführen eines Fahrrads kann zum Albtraum werden. Wer Güter zu transportieren hat, weicht auf die Straße aus.“

Das Bündnis Bahn für Alle ruft die Bundesregierung als Vertreterin des Eigentümers und die DB dazu auf, zum kapazitätsschonenden und kundenfreundlichen Bauen ohne längere Vollsperrungen zurückzukehren. Der Erhalt des Schienennetzes muss dem Bahnverkehr als Ganzem dienen, dazu gehört auch, dass die Kommunen und Städte zuverlässig ganzjährig angeschlossen bleiben. Der Ausbau öffentlicher Verkehrsangebote wie der Bahn ist in Zeiten stark steigenden Benzinpreise auch ein soziales Erfordernis.

Mehr zum Konzept „Eine Zukunftsbahn für alle“: https://bahn-fuer-alle.de/zukunftsbahn/ sowie

bahn-fuer-alle.de/wp-content/uploads/2025/09/zukunftsbahn_fuer_alle_2025_09_20.pdf

Für Rückfragen: Carl Waßmuth:  carl.wassmuth@bahn-fuer-alle.de

__________

Bahn für Alle setzt sich seit zwanzig Jahren für eine gemeinnützige Bahn in öffentlichem Eigentum ein. Eine Bahn, die allen Menschen gehört und für alle da ist, Rückgrat einer sozialen und ökologischen Verkehrswende. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Positionspapieren, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Kongressen, Stellungnahmen, Redebeiträgen und anderen Aktivitäten bringen wir uns in die laufenden verkehrspolitischen Debatten ein.